Andrea Gebhard – Stadtplanerin und Hochwasserschützerin

“… und HOCHWASSERSCHÜTZER” ist eine Kampagne der Bayerischen Wasserwirtschaft.”

Das Donauhochwasser 2013 oder die Sturzflut in Simbach 2016 sind uns noch tief in Erinnerung. Ob großflächige, tagelange Flusshochwasser oder zahlreiche, kleinflächige Sturzfluten durch Starkregen – die Auswirkungen von Hochwasser können verheerend sein. Im Zuge des Klimawandels werden die Gefahren noch zunehmen. Die Menschen, deren Hab und Gut, sowie unsere Städte und Infrastrukturen vor Hochwasser zu schützen, ist eine der großen Herausforderungen, um die Zukunft unserer Heimat zu sichern.

Hochwasserschutz braucht viel Fläche. Wenn der Pegel steigt, muss sich das Wasser ausbreiten können. Wir brauchen einen engen Schulterschluss von Bürgern, Kommunen und Staat. Ob kommunale Amtsträger, Landwirte, Hauseigentümer, Architekten, Umwelt- und Naturschützer, Unternehmer, Stadt- und Landschaftsplaner – es braucht das Engagement aller Menschen in Bayern. Hier ist Solidarität gefordert. Nur so können wir beispielsweise in Gemeinden solche Rückhalteflächen harmonisch in ihre Gesamtentwicklung einbauen und den zusätzlichen Nutzen diese Freiräume voll ausschöpfen.

„Bei der Neugestaltung des Isarverlaufs haben wir dem Fluss wieder wesentlich mehr Raum gegeben, der bei Hochwasser überschwemmt werden kann. Die Uferkante wurde zurückverlegt und eine Treppenanlage gebaut“, erklärt Gebhard. Doch nicht nur an Flüssen können Stadt- und Landschaftsplaner mit wenig Aufwand viel zum Hochwasserschutz beitragen. Eine frühzeitige Planung von Notentlastungskorridoren oder Versickerungsflächen können die Schäden bei Starkregen reduzieren. „Jede Gemeinde ist gut beraten, einen Landschaftsplan zu entwickeln. Dazu ist es wichtig, dass Anrainergemeinden eines Gewässers über ihre Grenzen hinweg gemeinsam planen“, sagt Gebhard. Hochwasserschutz, Naturschutz und Naherholung lassen sich dabei oft gut vereinen.“
Auch für Simbach hat das Planungsbüro von Andrea Gebhard ein ganzheitliches Konzept für mehr Hochwasserschutz entwickelt. Eine neue grüne Mitte, wo die Menschen sich treffen und erholen können, soll gleichzeitig Rückhaltefläche für den Hochwasserschutz sein.
„Wenn es zu Hochwasserschäden kommt oder gar zurückgebaut werden muss, dann wird es richtig teuer. Eine vorausschauende Planung ist am Ende das günstigste.”

Der Freistaat engagiert sich schon seit Jahrzehnten sehr stark im Hochwasserschutz. 3,4 Milliarden Euro werden bayernweit investiert. Eine hundertprozentige Sicherheit kann jedoch niemand garantieren. Hochwasserschutz geht uns alle an. Nur wenn wir zusammen an einem Strang ziehen, können wir die Schäden durch Hochwasser bestmöglich vermeiden. Jeder kann seinen ganz persönlichen, individuellen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Zahlreiche Menschen in Bayern engagieren sich beruflich oder privat für den Hochwasserschutz. Sie möchten wir mit der Kampagne „… und HOCHWASSERSCHÜTZER“ würdigen. Hochwasserschützerinnen und Hochwasserschützer sind Menschen, die durch ihr Engagement dazu beitragen, Schäden durch Überschwemmungen zu verringern. https://www.hochwasserinfo.bayern.de/


Landschaftsarchitekten BDLA Stadtplaner Partnerschaftsgesellschaft mbB

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